Tired
Schlaflos in Leipzig



Es gibt vieles, das mir im Kopf herumgeistert. Erst dachte ich, ein bisschen klassische Musik würde helfen und beruhigen, doch es gibt mir nur neue Anstöße zum Grübeln.
Heute ist eine Nacht, wo Melancholie, Nachdenklichkeit und etwas Furcht, aber auch strahlende Erinnerungen meine Gedanken beherrschen.
Ich weiß noch nicht, ob ich das überhaupt online stellen werde, denn vermutlich wird das ein bisschen zu persönlich.
Mein CD-Laufwerk spinnt, doch kann mich trotzdem nicht von tiefgründigeren Überlegungen abbringen.

Das zweite, dieses Mal wirklich wichtige, Testat in Statistik. Dienstag. Und ich weiß, ich hätte irgendwie früher anfangen müssen. Ich versuche mich selbst zu rechtfertigen, indem ich mir einrede, für ein Computerprogramm fit zu werden, das man selbst nicht auf dem Computer hat, ist ziemlich schwer. Vor allem, wenn der Server der Uni zusammenbricht und mein Prof abwinkt, als ich ihm davon erzähle, und mir statt zu helfen Schokolade schenkt.
Aber: Ich bin „schuld“. Ich hätte früher anfangen können, genau, wie ich es für die anderen Veranstaltungen getan hatte, ich hätte bei der Lerngruppe mehr tun können.
Jaja, hätte, wäre, könnte... wer kennt das nicht?

Und dann ist da noch Christian.
Lange Geschichte, traurige Geschichte. Mein bester Freund - wenn es so was gibt - und ich liegen im so genannten Streit. Ja, nicht so richtig, aber ich habe ihn verletzt und ich glaube, er kann mir nicht so richtig verzeihen, auch wenn er gerne würde.
Ich weiß nicht, was ich noch tun soll.
Ihn so weit weg zu wissen, tut weh, fast so sehr, wie zu wissen, dass ich nichts tun kann, um ihn zu besänftigen (das habe ich schon zur genüge versucht), sondern, dass alles, alles von ihm kommen muss.

Gegenüber im Haus lehnt sich jemand aus dem Fenster und blickt auf die Straße. Ich kann sein Gesicht kaum erkennen, denn nur ein schwacher Lichtstrahl fällt aus einem Nebenzimmer hinein.

Mein CD-Laufwerk brummt nicht mehr. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Ich hoffe, ich bestehe die Klausuren. Ansonsten wäre das eine harte Prüfung für mein Ego. Ja, das ist wohl kindisch oder unreif.

Ich sollte versuchen, zu schlafen.

Lasst euch vom Mond küssen und die Sterne über eure Träume wachen...

7.1.08 00:48


Soziologie = eine Geisteswissenschaft ist eine falsche Aussage

Hey ihr Lieben,

bis vor ein paar Tagen war ich der festen Überzeugung, Soziologie sei eine reine Geisteswissenschaft, Statistik einmal ausgeschlossen. Letzten Dienstag wurde mir diese schöne Illusion leider zerstört.

Ungefähr 200 Student/innen und mir klappte die Kinnlade herunter, als der Prof nach ein paar Sätzen Folgendes an die Tafel schrieb:


lim t-1

n --> ∞ (Summe liegt zwischen n und t=1) w = 1/1-w

Ganz grob gesagt bedeutet das: Die Die Strategie ist unabhängig von der Reaktion des Gegners.

 

Ein Raunen ging durch die Runde, als er nach langer (!) Rechnung zu diesem Ergebnis kam:

w > (t/r)/t-p = Kooperationskosten/Konfliktkosten

R > t (1-w) + wP

Inzwischen habe ich mich ein bisschen vom Schock erholt, doch das Unbehagen bleibt. In Statistik müssen wir uns wirklich schon genug mit Median, Varianz, Dreisätzen und ähnlichen mathematischen Formeln beschäftigen... Na ja, es kann einem eben nicht alles am Studium Spaß machen.

 

Freizeit und Freund-/Bekanntschaften

Ich letzter Zeit hänge ich viel mit den Philos rum; ich weiß gar nicht mehr genau, woher ich die alle kennen gelernt hab. Die meisten glaube ich über Christian, der in meiner Statistik-Lerngruppe ist.

Wir haben jedenfalls seit zwei Wochen dauernd was zusammen unternommen, in Grüppchen von zwei bis zwanzig Personen. Dieses WE sind viele Leute weg (Philo-Ersti-Fahrt, manche sind zu ihren Eltern bzw. nach Hause gefahren), was mich dazu bringt, ein bisschen mehr Zeit alleine zu verbringen. Ist ein bisschen ungewohnt, nach den ganzen Party-Abenden und Stunden, die ich mit den anderen mit Lernen, Quatschen u.ä. verbracht habe, doch insgesamt genieße ich es auch.

Freitag Abend war ich bei Fabian und Diana, zwei Freunden/Bekannten, wie auch immer. Wir sind nicht mehr tanzen gegangen o.ä., weil ich am Samstag arbeiten musste u davor meine Eltern für ein paar Stunden nach Leipzig kamen, um mich zu sehen, ich also früh raus musste.

Der Abend wurde dann allerdings doch noch sehr lang - ich war erst gegen 4 Uhr zu Hause. Glücklicherweise habe ich den Tag auf der Arbeit trotzdem halbwegs überstanden, ohne einzuschlafen ;-)

 

 Wie geht es euch denn so? Von einigen von euch habe ich lange nix mehr gehört (Lisa, Nele, Philipp, Svea)...

Justus, Fio und Hélène: Vielen Dank bzw. merci beaucoup für die langen Mails! Ich habe mich sehr gefreut! Antwort von mir kommt sehr bald. 

So, werd mir jetzt erst mal was Leckeres kochen und dann weiter für die Uni schuften ;-)

 

Es denkt an euch u drückt euch ganz fest,

 

eure Joanna 

 

11.11.07 13:36


Alltag, Stressbewältigung und anderes

Hallo ihr,

mal wieder ein Lebenszeichen von mir.

Wie die Überschrift schon sagt, kehrt hier langsam ein bisschen Routine ein, die Stadt wird weniger aufregend, die Leute hat man alle schon mal gesehen oder auch sogar mit ihnen gesprochen, die Uni nimmt sehr viel Zeit und Energie in Anspruch und das Arbeiten ist sehr, sehr anstrengend, auch wenn die Leute nett sind.

Das letzte Wochenende dachte ich wirklich, ich krieg das alles nicht auf die Reihe. Es war das erste, das ich ohne Peter verbracht hatte, da ich Freitag, Samstag und Sonntag sehr viel arbeiten musste (insgesamt 20 Stunden, davon neun am Stück gestern).

Klar, die anfängliche Euphorie ist vorbei, doch es geht mir hier trotz allem noch sehr gut.

Ich habe ein paar "oberflächliche" Freunde gefunden, zu denen ich Fabian, Alex, Christin und Rebekka zählen würde. Das heißt keineswegs, dass ich diese Leute kaum mag, sondern einfach nur, dass ich sie noch nicht als richtige FreundInnen bezeichnen würde, weil wir uns ja bisher kaum kennen.

 

Mädchenkram, auch "Beziehungsthemen" genannt

Wider meiner Erwartung ist die Fernbeziehung mit Peter gar nicht so schlimm. Am Mittwoch ist hier in Leipzig Feiertag, also werde ich nach Berlin fahren, am nächsten Wochenende kommt er auch schon wieder her.

Es hat sogar Vorteile, sich nicht so oft zu sehen, da ich mich unter der Woche dann ganz gut auf die Uni konzentrieren kann und wir am Wochenende wirklich viel Zeit füreinander haben(, wenn wir uns vorher gut organisiert haben).

 

Na gut, ihr Lieben, wie geht es euch denn?

Lisa und Fiona, habt ihr meine E-Mail bekommen?

Nele, ich hoffe, du hast nicht mehr so viel Stress...

Philipp, ruf einfach noch mal an oder schick mit mal deine Festnetznummer

Naomi, wie geht es dir denn so?

Und Annabel, bist du mal wieder abgetaucht? Meld dich mal, du treulose Tomate!

Justus, ich schreib dir mal eine längere Mail, wenn ich Zeit habe. Vielen Dank noch mal für deinen Anruf an deinem Geburtstag. Hast du das Buch inzwischen angefangen?

 

Falls sich jetzt jemand vernachlässt fühlt, tut mir das Leid. Ich hoffe, ich habe niemand Wichtiges vergessen. Ansonsten schimpft mit mir...

 

Alles Liebe,

 

Eure Joanna

29.10.07 23:09


Ich hab den Job!

Hey ihr Lieben,

ich habe den Job im Riquet (= Wiener Kaffeehaus)! Die Chefin sagte nach den zehn Stunden Probearbeiten zu mir: "Ihr Arbeitsweise und vor allem Ihr freundliches Wesen gefallen mir sehr." Und schwupps, wurden wir uns einig, dass ich ab nächstem WE dann anfangen werde, offiziell im Café zu arbeiten.

Manchmal ist das Leben wunderschön!

 

Ich drück euch alle ganz fest, (muss jetzt noch einiges für die Uni machen, deshalb war's das für heute schon)

 

Eure Joanna

 

 

21.10.07 20:45


Sooo viel Arbeit - und kein Ende in Sicht

Hallihallo,

die Zeit vergeht wie im Flug: Uni, neue Leute, jede Menge zu lernen, Bücher für die Uni kaufen und bestellen, nach Berlin fahren, Lebensmittel einkaufen, dies erledigen, das nicht vergessen... Die letzten Tage gab es kaum einen Moment, wo ich mal nichts hatte. Zeit zum Langweilen? Fehlanzeige!

Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen. Auf der einen Seite, weil ich noch wirklich viel für die Uni lesen muss und deshalb vor habe, entweder früh ins Bett zu gehen oder aber die Nacht zum Lesen zu nutzen (meine Verlesung morgen beginnt erst um 19.00 Uhr). Außerdem möchte ich euch ja nicht mit ewigen Ausführungen langweilen

 

Erste Vorlesungen

Am Montag ging es also los. Wider Erwarten entpuppte sich mein Statistik-Prof als ganz sympathisch und ich hatte vorerst keine Verständnisschwierigkeiten. Von Sonntag Nacht auf Montag war ich mit Stephan und Rebekka erst bis zur Sperrstunde in einer Bar gewesen und dann durch die Stadt gelaufen, weshalb ich mich nach der Uni erst mal aufs Ohr legte.

Die erste Veranstaltung in Grundzüge der Soziologie entsprach dem Klischeebild, das ich von deutschen Unis vorher gehabt hatte: Der Hörsaal bot Platz für ungefähr 200 Studenten, doch ich gehörte zu einer der Glücklichen, die mit dem Boden Vorlieb nehmen mussten (, da Stephan fälschlicherweise davon ausgegangen war, wir müssten in ein anderes Gebäude u wir ca. 5 Minuten zu spät kamen). Trotzdem war die Vorlesung sehr interessant u ich schrieb pflichtbewusst alles mit. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte.

Im Anschluss ging's dann mit ein paar Leuten was trinken auf der Karli (Leipzigs "Weggeh- und Kneipenstraße), was wir für angeregte Diskussionen über die Vorlesung und sonstige politische und "soziologische" Themen nutzten.

Man mag es kaum glauben, aber es war sogar interessant. In ein paar Wochen werde ich bestimmt meine Waschmaschine abschaffen, einen Überbiss bekommen und nur noch die Taz lesen...

Mittwoch war die Einführung in "Methoden der empirischen Sozialforschung" dran. So trocken diese Bezeichnung sich anghört, der Dozent macht sie um neunfaches wett! Ich habe schon ein bisschen recherchiert: Er ist erst seit 3 Jahren an der Uni Leipzig und (das stand natürlich nicht in seinem Lebenslauf, sondern entspricht der Meinung meiner Wenigkeit) bringt sehr frischen Wind in das Ganze! Sieht nach einem Lieblings"fach" aus...

 

Die ersten Gehversuche auf dem Freundschaftsgebiet

Vor ein paar Tagen war ich auf einer kleinen Party von Kathleen, einem sehr sympathischen Mädel, das auch Soziologie studiert u ein paar Semester über mir ist. Ich hatte viel Spaß, da die Leute sehr offen und nett waren.

Meine gute Laune wurde etwas von Fabian vermiest, mit dem ich gegen 24h vor einem Club verabredet gewesen war, wo wir uns noch mit ein paar anderen Leuten treffen wollten. Um kurz vor zwölf rief ich ihn an, um noch mal zu checken, ob alles klappen würde. Fehlanzeige: Er befand sich am anderen Ende der Stadt und hatte meine Nummer gelöscht, sodass er mich nicht darüber informieren konnte.

Ich war ganz schön sauer!

Rebekka und Stephan gibt es inzwischen nur noch im Doppelpack. Irgendwie habe ich den Eindruck, sie gehen mir aus dem Weg, warum weiß ich nicht.

Es gibt ja noch genug andere Leute, die sehr nett wirken und (wie Peter mir schon sagte) ich sollte wohl nicht so ungeduldig sein, schließlich sind ja gerade erst zwei Wochen vergangen, seit die Uni begonnen hat.

 

Alltag, Nebenjob und Hobbys

Meine Mitbewohnerin ist total lieb; bis jetzt verstehen wir uns sehr gut! Da hab ich ganz schön Glück gehabt, ich hatte ja keine Ahnung, wer mich erwartet.

Heute hatte ich mein erstes "offizielles Mal" Gesangsunterricht, nachdem ich mich letzte Woche mit meiner Gesangslehrerin beschnuppert hatte.

Von der Band habe ich noch keine Rückmeldung, dafür treffe ich mich in einer Woche mit einer anderen zum Proben und Kennenlernen.

Nächstes Wochenende werde ich an zwei Tagen in einem Wiener Café arbeiten und kann mir dann überlegen, ob ich den Job möchte oder nicht (so habe ich die Chefin jedenfalls verstanden). Die Bezahlung grenzt eigentlich an Ausbeutung, doch das Café steht in jedem Reiseführer Leipzigs und mich würde es eigentlich sehr reizen, mal in einer so schicken Umgebung zu kellnern bzw. zu arbeiten.

 

Na gut, ihr Lieben, mir fallen schon die Äuglein zu, der Bericht über das letzte WE in Berlin muss also warten.

Ich hoffe, euch geht es allen gut, ich denke an euch, auch wenn ich mich nicht so oft gemeldet habe in letzter Zeit. Ich weiß momentan noch nicht so richtig, wie ich meine Zeit einteilen muss, damit ich die Uni und meine persönlichen Interessen und Bedürfnisse unter einen Hut bekomme. Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.

Alles Liebe und bis bald,

 

Eure Joanna

 

 

 

 

 

16.10.07 00:07


Erste Eindrücke in Leizig

Hallo ihr Lieben,

bin jetzt seit Freitag hier in Leipzig und fühle mich sehr, sehr wohl!

Ich hoffe, euch geht es allen gut! Ich denke oft an euch und frage mich, was ihr wohl gerade so treibt. Und gleich vorneweg: Nur weil ich jetzt einen Blog habe, heißt das weder, dass ihr verpflichtet seid, die EInträge hier zu lesen, noch dass ich euch keine persönlichen Nachrichten mehr schreiben werde, die nur für euch bestimmt sind :-)
So viel dazu.

Am letzten Wochenende haben zuerst Lilli, Rafael, Peter und meine Mama beim Umzug geholfen.

Peter, Meggi und ich fuhren dann mit einem Mietwagen, voll gestopft mit Möbeln, nach Leipzig, wo wir spätabends ankamen.
Mein lieber Freund blieb auch gleich über Wochenende, das wir hauptsächlich mit Einrichten und den typischen Dingen verbrachten, die man bei einem Umzug so zu erledigen hat (Möbel zusammenbauen, einkaufen, Kisten auspacken, ...).

Am Montag hatte ich meine ersten Info-Veranstaltungen an der Uni, zu der ich mit Anett hinging, die gerade anfängt, in Leipzig Indologie zu studieren.
Abends lernt ich dann gleich Stephan und Rebekka kennen, mit denen ich noch ein Stückchen nach Hause lief.

In den letzten Tagen war ich natürlich öfter in der Uni, wo ich schnell die ersten oberflächlichen Bekanntschaften geschlossen habe und vor allem viel Kontakt zu Stephan und Rebekka hatte, die vielleicht richtig gute Freunde werden können. Mag sie beide sehr gerne :-)

Eine Gesangslehrerin habe ich auch gefunden (klassische Musik) und gestern war mein erstes "Vorsingen" bei einer sehr sympathischen Leipziger Rockband, von der ich noch nicht weiß, ob sie mich als Sängerin wollen.

Am Montag war ich auf einer sehr netten Party von Anne, die ich bei der Wohnungsbesichtung kennen gelernt hatte und schon öfter mal gesehen habe. Mein Eindruck von ihrer Mitbewohnerin Kathleen und den anderen Partygäste war von Anfang an sehr positiv. Praktisch ist auch, dass die beiden bei mir um die Ecke wohnen. Ich denke mal, wir werden uns noch öfter treffen.

Meine Pflichtmodule für die Uni habe ich jetzt auch schon, nur habe ich leider keins meiner Wahlmodule bekommen (Ich hätte gerne amerikanische Literatur, französische Sprachpraxis, Psychologie oder Medien- u Kommunikationswissenschaften gemacht, doch beim Losverfahren wurde ich nicht gezogen.). Nun muss ich Montag gucken, ob ich ein Modul bekomme, das für alle "Härtefälle" wie mich zur Auswahl steht.

Bald habe ich meine erste Statistik-Vorlesung, vor der es mir ein bisschen graut.

Morgen geht's vielleicht mit Stephan, Peter und Rebekka auf eine Party, auf die Stephan eingeladen wurde.

Hängt vor allem davon ab, ob mein Schatz einverstanden ist. Ja, er kommt in genau 25 Minuten am Bahnhof an und ich freue mich sehr auf ein Wochenende mit ihm!

 

 

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende und ganz viel Spaß! :-)

 

Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Leipzig,

 

Joanna

5.10.07 18:00


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